Tacrolimus

Tacrolimus ist ein Makrolid, das aus dem Bakterium Streptomyces tsukubaenses gewonnen wird. Es wirkt immunsuppressiv und antimikrobiell.
Tacrolimus hemmt die Aktivität der T-Zellen, indem es die Synthese und Freisetzung von Zytokinen aus den T-Zellen vermindert. Das Immunsystem kann dadurch weniger stark reagieren.
Verwendung findet Tacrolimus als Arzneimittel in Kombination mit Kortikoiden vor allem als Immunsuppressivum bei der Transplantation von Organen. Es soll prophylaktisch und therapeutisch die Abstoßung des transplantierten Organs verhindern.

Dieser systemischen Anwendung steht die lokale Anwendung von Tacrolimus als Salbe entgegen. Es wird bei atopischen Ekzemen eingesetzt, da es eine ähnliche Wirkung wie Kortikoide hat, aber selektiver wirkt als diese.

Auch bei chronischen Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn wird Tacrolimus als Reservemedikament zur Therapie eingesetzt.

Unerwünschte Nebenwirkungen konnten sowohl bei systemischer als auch bei lokaler Anwendung beobachtet werden:

Beim systematischen Einsatz wurde unter anderem ein gehäuftes Auftreten von Lymphomen beobachtet. Tacrolimus wirkte nephro- und neurotoxisch und führte zu zentralnervösen Störungen wie Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Parästhesien, depressiven Verstimmungen, Sehstörungen und Verwirrung. Weiterhin sind Hyperglykämie, Bluthochdruck und Hypomagnesämie beschrieben worden.
Lokal kann Tacrolimus zu Juckreiz, Rötung und Brennen der Haut führen, wobei dies vor allem bei gleichzeitigem Genuss alkoholischer Getränke auftrat. Eine kanzerogene Wirkung kann auch hier nicht komplett ausgeschlossen werden.