Verhütung und Familienplanung

Treffen beim Geschlechtsverkehr eine männliche Samenzelle mit der weiblichen Eizelle zusammen, wird Frau schwanger. Das ist nichts Neues, allerdings kommt es immer wieder zu unerwünschten Schwangerschaften und Abtreibungen, weil Verhütungsmethoden unterschätzt oder falsch angewendet werden.

Natürliche Familienplanung schlägt oft fehl

Natürliche Verhütungsmethoden wie die Kalendermethode, bei der an den fruchtbaren Tagen der Frau auf Geschlechtsverkehr verzichtet wird, bergen natürlich ein höheres Risiko, schwanger zu werden, als verlässliche hormonelle Mittel. Besonders lächerlich wird von vielen die dubiose Verhütungsmethode nach dem Mond angesehen, da der Zyklus des Mondes wissenschaftlich gesehen keinerlei Wechselwirkung zum weiblichen Zyklus auslöst.

Sichere Verhütungsmethoden

Um eine verlässlichere Familienplanung sicherzustellen, greifen viele Frauen auf hormonelle oder mechanische Verhütungsmethoden zurück oder der Mann auf das altbewährte Kondom, das zugleich vor Geschlechts- und Infektionskrankheiten schützt. Während die Pille noch immer die Nummer eins der Verhütungsmittel unter den Frauen ist, erlebt die Spirale gerade bei jungen Frauen ein Comeback. Obwohl die so genannte Intrauterinpessar bisher vorrangig Frauen empfohlen wurde, die schon einmal geboren haben, lassen sich immer mehr junge Frauen eine Kupfer- oder Hormonspirale einsetzen und müssen dadurch nicht mehr an die zeitgenaue Einnahme der Pille denken.

Wie sicher ist die Spirale?

Wie jedes Verhütungsmittel bringt sie Vor- und Nachteile mit sich. Bis zu fünf Jahre kann die eingesetzte Spirale in der Gebärmutter bleiben und die Befruchtung der Eizellen verhindern. Ein T-förmiges Stäbchen aus Kunststoff, das in der Mitte mit einem Kupferdraht umwickelt ist und für den empfängnisverhütenden Effekt der Spirale sorgt, wird vom Frauenarzt in die Scheide eingesetzt. Die genaue Wirkungsweise der Spirale ist unter Wissenschaftlern und Medizinern nicht endgültig geklärt, allerdings liegt der Pearl-Index zwischen 0,9 und 3, was schon als sehr verlässlich und sicher einzustufen ist (dazu erreicht die Pille im Vergleich einen Index von 0,1 bis 0,9). Vermutlich hemmen die fortweg abgegebenen Kupfer- Ionen die Beweglichkeit der Spermien, so dass ihr Vordringen zur Eizelle erschwert wird. Außerdem hemmt das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, die zum Einnisten der befruchteten Eizelle nötig wäre.

Anwendung und Risiken

Die Spirale wird bei einer gynäkologischen Untersuchung eingesetzt und die Frau dabei auf die Risiken und Kontrollmaßnahmen aufmerksam gemacht. Fortan muss die richtige Position der Spirale alle 6 Monate vom Arzt kontrolliert werden. In den ersten drei bis sechs Monaten kann es zu Blutungsstörungen und zähem Ausfluss kommen. Vor allem Mädchen und junge Frauen klagen in den ersten Monaten über Entzündungen im Beckenraum, die nicht harmlos abzuwerten sind, sondern sofort von Arzt behandelt werden müssen. Bei manchen Frauen wird die Spirale in den ersten beiden Monaten ausgestoßen, was mit starken Unterleibsschmerzen verbunden ist. Bei Schwangeren führt das Entfernen der Spirale nicht selten zu Fehlgeburten.

Diese Art der Verhütung für Frauen ist also nicht ohne Risiken. Während die Spirale auf lange Zeit hin für eine sichere Verhütung sorgt, sind die damit verbundenen anfänglichen wehenähnlichen Schmerzen und Störungen des normalen Zyklusses nicht zu ignorieren. Generell eignet sich die Spirale am Besten für Frauen, die bereits Kinder geboren haben, und jene, die nicht hormonell verhüten wollen oder können. Stewardessen ist zum Beispiel eine genaue zeitliche Einnahme der Pille bei Fernflügen nicht möglich, weshalb sie auf derart alternative Verhütungsmethoden angewiesen sind.

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